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Was macht ein Bauplaner?

Immer mehr Menschen träumen vom eigenen Heim. Um diesen Plan umzusetzen braucht es nicht nur kräftige Arme, die anpacken und ein paar Materialien aus dem Baumarkt, sondern auch clevere Köpfe, die das Haus entwerfen und dessen Entstehung überwachen: Dies ist der Tätigkeitsbereich der Bauplaner.

Wie wird man Bauplaner?

Bauplaner sind in erster Linie Architekten und Ingenieure, die eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung durchlaufen haben. Hier lernen zukünftige Bauplaner die Grundlagen und ihr „Handwerkszeug“, das unabdingbar für die spätere berufliche Bauplaner-Tätigkeit ist. Da der Bauplaner immer die allgemein anerkannten Regeln der Technik kennen und überwachen muss, ist er zur ständigen Weiterbildung verpflichtet. Er muss seinem Bauherrn zu dessen Vorhaben in jeglicher Hinsicht kompetent beraten können. Hierfür ist ein gewisses Maß an Erfahrung natürlich unabdingbar. Daher ist es gerade für Newcomer in der Bauplanung elementar, dass sie auf den Erfahrungsschatz eines Kollegen zurückgreifen können und einen regen Austausch sowie networking mit versierten Bauplanern betreiben. Achten Sie bei Bauplanern auf die Zusatzqualifikation „Qualitätsmanager Baurecht“. Hier können Sie sicher sein, es mit einem in allen wesentlichen Aspekten des Baurechts fortgebildeten Bauplaner zu tun zu haben.

Was macht ein Bauplaner?

Die Aufgaben des Bauplaners gliedern sich in die Planungstätigkeit, also das Entwerfen von Objekten (beispielsweise Gebäude oder technische Anlagen), die Erstellung von Bauanträgen und die Vorbereitung der Vergabe von Bauaufträgen an ausführende Unternehmer, und die Überwachungstätigkeit, also das Anleiten und Überprüfen der Bauunternehmer bei der Bauausführung und das Prüfen der Rechnungen für die Bauleistungen. Daneben ist der Bauplaner aber auch immer fachkundiger Berater und Sachwalter des Bauherrn, der dessen rechtliche und wirtschaftliche Belange im Auge hat. Das Aufgabenspektrum des Bauplaners ist also sehr umfangreich, neben fachlichen und technischen Kenntnissen muss er auch über spezifische rechtliche Kenntnisse verfügen, wenn es beispielsweise um die Gestaltung der Bauverträge oder seines eigenen Planungsvertrages geht.
Im Rahmen der Planung muss der Bauplaner unterschiedliche rechtliche Vorgaben beachten, wie die Regelungen des geltenden Bauordnungsrechts und das einzuhaltende Bauantragsverfahren. Außerdem muss der Bauplaner wissen, wann welche Maßnahmen zu ergreifen sind, wenn es zu Verzögerungen oder Problemen auf der Baustelle kommt. Um dem Bauherrn nicht die ihm zustehenden Ansprüche zu vereiteln müssen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden. Daneben sind die technischen Vorgaben zu beachten, die sich auf die Ausführung des Bauvorhabens beziehen. Hierunter fallen die Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik und die jeweiligen gewerkespezifischen Besonderheiten.

Wichtig ist hierbei: In aller Regel werden mehrere Bauplaner mit unterschiedlichen Qualifikationen zur Errichtung eines Bauwerks benötigt. Neben dem Architekten, der sich in der Regel mit der Planung von Gebäuden und Innenräumen befasst, braucht es Tragwerksplaner/Statiker und Fachingenieure für Haustechnik wie Heizung oder Elektro. Hinzu kommen Sonderfachleute, etwa für Baugrund oder Brandschutz.

Vom Bauplaner wird demnach auch erwartet, dass er weiß, wann Sonderfachleute hinzugezogen werden müssen und er entsprechend berät.

Welche Leistung schuldet ein Bauplaner?

Der Leistungsumfang des Bauplaners ist hauptsächlich von der vertraglichen Vereinbarung vorgegeben. Bauherr und Bauplaner vereinbaren die zu erbringenden Leistungen. Meist ist diese Vereinbarung an den Leistungsbildern der HOAI orientiert. So gehört für einen Bauplaner, der ein Gebäude oder Innenräume planen soll, das Ermitteln der Planungsgrundlagen, die Projekt- und Planungsvorbereitung, die System- und Integrationsplanung, die Genehmigungsplanung (Erstellen und Zusammenstellen der Vorlagen und Nachweise für öffentlich-rechtliche Genehmigungen oder Zustimmungen), die Ausführungsplanung, die Vorbereitung der Vergabe, das Mitwirken bei der Vergabe, die Objektüberwachung (Bauüberwachung) und Dokumentation derselben, sowie die Objektbetreuung zu dessen Grundleistungen. Der Bauplaner steht dem Bauherrn also von Anfang an beratend und planerisch zur Seite und betreut sogar nach Fertigstellung des Objektes den Zeitraum der Gewährleistung der bauausführenden Unternehmer. Dass diese Leistung auch eine entsprechende Vergütung mit sich bringt, ist sicherlich nicht besonders zu erwähnen. Allerdings gibt es bei der Ermittlung der Vergütung eine Besonderheit:

Was kostet ein Bauplaner?

Die Vergütung der Bauplaner ist im Wesentlichen in der „Honorarordnung für Architekten und Ingenieure“ (HOAI) geregelt. Die Höhe des Honorars hängt hauptsächlich von der Höhe der Baukosten („anrechenbare Kosten“), der Schwierigkeit der Bauaufgabe („Honorarzone“) und dem Umfang der vom Bauplaner erbrachten Leistungen („Leistungsphasen“) ab. Es können aber auch Pauschalhonorare oder zeitabhängige Honorare vereinbart werden. Für die wirksame Vereinbarung eines zeitabhängigen Honorars ist immer eine schriftliche Vereinbarung zu treffen.

Sprechen Sie die Vergütungsfrage schon vor Auftragserteilung offen an und treffen Sie Honorarvereinbarungen schriftlich bei Auftragserteilung. Denken Sie daran, dass regelmäßig nicht nur der Architekt, sondern auch Fachingenieure als Bauplaner beauftragt und bezahlt werden müssen. Sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle, denn eine sorgfältige und fachkundige Planung verhindert insbesondere teure Baumängel und überhöhte Forderungen der bauausführenden Unternehmen.

 

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